Burgenland Energie

Der Sonne entgegen: ÖBB und Burgenland Energie nehmen erste Agri-PV-Anlage mit Trackersystem für Bahnstrom in Betrieb
6. Juli 2026
Presseaussendung
vlnr: Matthias Grün (Vorstandsvorsitzender Esterhazy Betriebe AG), Landesrat Heinrich Dorner, Stephan Sharma (CEO Burgenland Energie), Silvia Angelo (Vorständin ÖBB-Infrastruktur AG)

Der Sonne entgegen: ÖBB und Burgenland Energie nehmen erste Agri-PV-Anlage mit Trackersystem für Bahnstrom in Betrieb

 

  • Inbetriebnahme des Solarkraftwerks für 100 % grünen Bahnstrom in Donnerskirchen
  • Optimale landwirtschaftliche Nutzung durch Biolandgut Esterhazy
  • Stromproduktion ohne Verlust von wertvollen landwirtschaftlichen Flächen
  • Projekt vereint Energieproduktion, Landwirtschaft und Biodiversität

Die ÖBB beschreiten mit der Burgenland Energie weltweit innovative Wege, um die Energieversorgung mit grünem Bahnstrom weiter zu steigern. Das gemeinsame Unternehmen von ÖBB und Burgenland Energie hat in Donnerskirchen die weltweit erste Agri-Photovoltaikanlage mit Tracker-System für 16,7-Hertz-Bahnstrom in Betrieb genommen. Das Besondere: Die Module richten sich automatisch nach dem Sonnenstand. So schafft die Anlage einen höheren Energieertrag und ermöglicht gleichzeitig eine optimale landwirtschaftliche Nutzung der Fläche. Das Projekt verbindet innovative Stromerzeugung mit landwirtschaftlicher Nutzung auf derselben Fläche und leistet einen wichtigen Beitrag zur klimafreundlichen Mobilität in Österreich.

 

Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG: „Mit der Agri-PV-Anlage in Donnerskirchen setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt auf unserem Weg zu einer noch nachhaltigeren Bahn. Unser Ziel ist es, die Eigenversorgung mit grünem Bahnstrom konsequent auszubauen und die Energie dort zu erzeugen, wo sie unmittelbar genutzt wird. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie innovative Technologien, effiziente Flächennutzung und klimafreundliche Mobilität miteinander verbunden werden können. Durch die direkte Einspeisung in das Bahnstromnetz erhöhen wir die Versorgungssicherheit und reduzieren gleichzeitig Energieverluste. Solche Lösungen sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Strategie, den Bahnbetrieb langfristig noch unabhängiger von fossilen Energieträgern zu machen und die Rolle der ÖBB als eines der größten Klimaschutzunternehmen Österreichs weiter zu stärken.“

 

Stephan Sharma, CEO der Burgenland Energie: „Dieses innovative, erneuerbare Energieprojekt zeigt eindrucksvoll, wie wir die Energieunabhängigkeit Österreichs mit erneuerbaren Energien schaffen. Eine Fläche von 7 Hektar neben der Bahnstrecke, die bisher nur für Bio-Landwirtschaft genutzt wurde, wird jetzt mit einer sonnennachgeführten PV-Anlage kombiniert. Die jährlich rund 8 Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom speisen direkt in das Bahnstromnetz ein und bewegen die ÖBB-Züge. Unser gemeinsames Unternehmen ÖBB und Burgenland Energie ist Vorreiter bei der erneuerbaren Stromerzeugung für die Bahn. Die erste sonnennachgeführte Agri-PV-Bahnstrom-Anlage Österreichs und weltweit die erste dieser Art zeigt den Weg in die erneuerbare Mobilitätszukunft: Bio-Landwirtschaft, erneuerbare Energien und saubere Mobilität – ein Dreiklang für die Zukunft.“

 

Landesrat Heinrich Dorner: „Das Burgenland gilt schon seit vielen Jahren als Vorreiter beim Ausbau Erneuerbarer Energien. Diesem Ruf werden wir mit der österreichweit ersten Agri-PV-Anlage mit Trackersystem für Bahnstrom wieder gerecht. Das Projekt in Donnerskirchen verbindet Innovation, regionale Entwicklung und Klimaschutz auf vorbildliche Weise und ist ein weiterer Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit.“

 

Matthias Grün, Vorsitzender des Vorstands der Esterhazy Betriebe AG erklärt: „Durch Agri-Photovoltaik sichern wir den Erhalt landwirtschaftlicher Produktionsfläche, ermöglichen aber zeitgleich die Verwertung der Sonnenenergie. Da es bei unseren Projekten keine Zäune, sondern nur natürliche Abgrenzungen wie Gräben und Hecken etc. gibt, bleibt die Fläche zudem weiterhin barrierefrei und vollständig als Lebensraum erhalten. Seit mehreren Jahren erforschen wir bereits für derartige Standorte die Eignung diverser Kulturarten und entwickeln dazu angepasste Betriebskonzepte. So sind wir überzeugt am Standort Donnerskirchen gezielt Vorteile heben zu können: Die Pflanzen werden geschützt, während die Photovoltaik durch natürliche Kühlung effizienter arbeitet – ein Gewinn für Landwirtschaft und Energie zugleich“.

 

Innovative Energielösung für die Welt der Bahnstromversorgung
Die Anlage ist österreichweit die erste ihrer Art: Bewegliche Solarmodule richten sich automatisch nach der Sonne. Gleichzeitig bleibt die Fläche darunter landwirtschaftlich nutzbar – ein innovatives Konzept, das Energieproduktion, Bio-Landwirtschaft und Biodiversität vereint. So wird Strom produziert, ohne landwirtschaftliche Fläche zu verlieren. Der erzeugte 16,7-Hz-Bahnstrom wird aufgrund der unmittelbaren Nähe zur Pannoniabahn direkt in die Oberleitung eingespeist. Somit werden Energieverluste reduziert und die Effizienz deutlich erhöht. Mit einer Leistung von 6,6 MWp und einem jährlichen Energieertrag von rund 8,3 GWh erzeugt die Anlage ausreichend Energie für rund 32.500 Zugfahrten von Wien nach Eisenstadt.

 

Beitrag zu Klimaschutz und Energieunabhängigkeit
Mit Projekten wie Donnerskirchen treiben die ÖBB den Ausbau erneuerbarer Energie konsequent voran und arbeiten daran, die Eigenversorgung mit Bahnstrom weiter zu steigern. Gleichzeitig wird durch die Kombination aus Photovoltaik und landwirtschaftlicher Nutzung ein nachhaltiger Beitrag zum Schutz von Ressourcen und zur Förderung der Biodiversität geleistet.

 

Die spezielle Bauweise ohne Bodenversiegelung sorgt dafür, dass die natürliche Versickerungsfähigkeit erhalten bleibt und die Anlage nach ihrer Nutzung rückstandsfrei entfernt werden kann. Gleichzeitig werden umfangreiche Bepflanzungsmaßnahmen gesetzt und so ein Rückzugsort für die heimischen Tiere geboten. Die Nutzung des Grundstücks für den landwirtschaftlichen Betrieb durch das Biolandgut Esterhazy ermöglicht eine 3-fach-Nutzung des Bodens.